Sonntag, Januar 03, 2010

Poll ist toll 2009

Mir fehlt ganz einfach die Zeit um so umfangreich über die Auswahl meiner Favoriten für das Jahr 2009 zu schreiben, wie in den letzten Jahren, trotzdem hier wieder mein ganz persönlicher Poll:

CD des Jahres war für mich diesmal:




Dirty Projectors “Bitte Orca” - Seltsam, so oft höre ich diese CD gar nicht, es ist nicht gerade DER eingängigste oder angenehmste Wohlklang, besonders die Stimme von Dave Longstretch geht mir spätestens nach dem vierten Stück ein bisschen auf die Nerven. Trotz alledem für mich als Synthesizer-Spieler eine gitarristische Offenbarung, jemand der auf so eigenwillige Weise Einflüsse aus Klassik, Afrika, des Folk, Rock und “No New York” der 80er verknüpft und damit seinen eigenen Stil erschafft, das ist wirklich neuartig. Schon vor 2 Jahren ist seine Band in Brooklyn im Silent Barn aufgetreten und hat mich so umgehauen, da waren sie noch viel experimenteller. Bitte Orca ist poppiger und erscheint auskomponierter oder arrangierter als alles was die Band zuvor gemacht hat und das hat ihr die Tür bis zu Konzerten mit Björk und David Byrne weit aufgestossen. Absoluter Anspieltipp: “No Intention” - so ein geniales Solo habe ich schon lange nicht gehört.

Hier noch das Video aus dem Silent Barn:


Und weil es so schön ist, gleich noch eine aktuelle Live-Version von “No Intention” hinterher (allerdings ohne das Solo):




Weitere Favoriten im letzten Jahr waren:

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The Field - “Yesterday and Today”. Klingt vielleicht altbacken und nach den frühen 90ern, aber höre ich wirklich gerne, besonders die tolle Version von “Everybody’s got to learn sometime”, wo immer wieder ein Takt zuviel eingeschoben wird und das Stück dadurch eine unglaubliche Spannung erhält.



Dan Deacon - “Bromst”. Der Mann kann auch anders, als seine happening-artigen Soloauftritte in seiner Mischung aus Dervisch, Fernsehprediger und Ringelpiez mit Anfassen. Hier geht es fast schon ernsthaft zu, postminimal, viele sinusartige Klänge, aber hier und da scheint er wieder durch, der abgedrehte Gnom aus dem Harmonizer in full speed. Erfrischend.

Gerne gehört ausserdem die Alben Ellipse von Imogen Heap, und XX von The XX, aber die kennt ja wahrscheinlich sowieso schon jeder. Welche CD vielleicht nicht so bekannt ist, aber auch eine echte Empfehlung für alle, die auf dem “malinesischen Sound” stehen: I Speak Fula von Bassekou Kouyate. Er spielt seine Ngoni, ein kleines Saiteninstrument einfach erfrischend und neuartig und ist ein neuer Star in der afrikanischen Musik geworden.

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