Vorurteile leicht gemacht

Es ist mein vierter Besuch in Japan und ich bin immer wieder überrascht in Deutschland diesselben Vorurteile zu hören:
„Kennen Japaner denn auch Käse?“, „Sehen die nicht alle gleich aus?“, „Die lächeln doch immer“. Das nervt. Wenn Ihr einen Japaner trefft, seid bitte so gut und behandelt ihn ganz normal, ok?

Hier ein paar Vorurteile, die ich ausräumen möchte:
Vorurteil Nr.1. Ich würde da nicht klarkommen, schon alleine wegen dem Essen.
Also: Japan ist eines der entwickelsten Industrienationen der Welt. Warum soll es in einer Grossstadt wie Tokyo nicht einfach möglich sein zu überleben?. Fakt ist: Es gibt hier Fastfood-Ketten, wie in jeder anderen Grossstadt. Wahrscheinlich gibt es in Tokyo mehr „Starbucks“, als in ganz Deutschland zusammen. Die japanische Küche hat auch in einigen Ausprägungen Einzug in Deutschland gehalten (Sushi), andere Gerichte sind vielleicht nicht so bekannt, aber in der Regel äusserst lecker und vielfach gesund. Die Krokette wurde von den Holländern eingeführt und bekommt man in fast jedem Supermarkt, Das Schnitzel in seiner japanischen Ausprägung ist dem deutschen nicht unähnlich und überall sind leckere Sandwiches zu haben. Suppen, Reisgerichte und Currys, die Auswahl ist gigantisch. Und: In den Auslagen ist fast jeden Gericht in 1:1 Kunststoff nachgebaut, da braucht man nur auszusuchen.
Vorurteil Nr.2 Ich komme da nicht klar, weil ich die Schriftzeichen nicht lesen kann und deshalb auch nicht U-Bahn fahren kann.
Die Ansagen der Stationen in der U-Bahn sind auch in Englisch und sollte dies auf kleinen Linien mal nicht der Fall sein, so sind auf allen Stationen Schilder in englischer Beschriftung. Sicher kann man die Zeichen nicht lesen, oder man hat es gelernt, aber trotzdem kommt man klar, glaubt es mir.
Vorurteil Nr.3 Ich kann mir Japan sowieso nicht leisten, da kostet alles das doppelte habe ich gehört.
Schaut Euch den Yen zu Euro-Kurs an und Ihr werdet beobachten, dass der Euro zur Zeit sehr stark ist. Die Preise in Tokyo sind mit denen in einer deutschen Stadt vergleichbar. Die Mieten bleiben auf hohem Niveau, aber das tägliche Leben ist nicht teurer, als in Deutschland. Zwei Dinge sind sogar vergleichbar billiger: Telefonieren und der öffentliche Nahverkehr. Selbst mein Frühstück ist in der Regel billiger, als belegte Brote aus der Bäckerei.

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