Poll ist toll 2008 - Elektronisch und Newcomer

An Neuerscheinungen im Bereich Elektronik haben mir 2008 folgende CDs gefallen:

Flying Lotus - Los Angeles. Nach seiner Knaller-EP “Reset” hat der kalifornische Oberkiffer diesmal 17 kurze Stücke zusammengesampelt und ließ durch seine Plattenfirma Warp in den Läden Gratis-Blättchen und Papp-Filter verteilen, damit auch jeder die Message mitbekommt. Interviews zeigen ihn als totalen “Messy” und auch auf der Bühne macht er eher einen hektisch-verwirrten Eindruck. Trotzdem: Erfrischen neuartig.

Ellen Allien -Sool. Ich kann mir gut vorstellen, dass vielen beim Titel die Assoziation “Soul” kommt und tatsächlich ist dies die intovertierteste und persönlichste CD von Ellen Allien. Hier tritt der 4-on the floor mal ganz nach hinten und macht Platz für Bilder und elektrische Poesie.

Booka Shade - The Sun & The Neon Light. Überhaupt scheinen die Grossen des Dancefloors gerade mal in der Laune zu sein neue Wege zu beschreiten. So auch Booka Shade, die mit ihrem neuen Album auch mal ein ganzes Orchester mit einbinden und deren Songwriting sich wohltuend vom üblichen Einerlei in den Clubs abhebt.

Die gefeierten und gehypten Newcomer des Jahres waren wohl ohne Zweifel:
Vampire Weekend. Die Idee afrikanische Gitarren in Indie-Popmusik mit einzubringen ist nicht ganz neu, aber hier teilweise erfrischen vorgetragen. Aber Vampire Weekend scheinen mir doch etwas “overhyped”.

Santogold. Die nächste Kandidatin für einen etwas zu gross geratenen Hype ist Santogold, die in der New Yorker Szene schon länger ein Begriff war, aber erst durch ihr gleichnamiges Soloalbum ganz nach oben gespült wurde. Die CD hat tolle Stücke, klingt aber letztlich wie schnell zusammengezimmert, weil komplett inhomogen. Mal eine Band, mal klingts wie M.I.A. Solo mit Drumcomputer, mal Soulig, mal wie eine Garagen-Band. Da muss man wohl darauf warten, welche Position sie beim nächsten Produkt findet.

MGMT - Oracular Spectacular. Der wohl beste Newcomer ist das aus Brooklyn stammende Duo MGMT, die einen hedonistischen auch mal selbstverliebten auch gerne überaus zynischen Stilmix abliefern, der so ungefähr die letzen drei Jahrzehnte an Musik in einen Topf wirft. Heraus kommen echte Hits, die die Kids bei den Konzerten in Brooklyn begeistert mitsingen. Kein Wunder, steht hinter den beiden David Fridmann, der schon bei Musikwundern wie den Flaming Lips oder Sparklehorse als Produzent wirkte. Dass der zynischte aller Songs “Time To Pretend” auch gleich Titelmusik im Film “21” wurde und in den ersten fünf Minuten des Films durch das Kino knallt und gute Laune verbreitet, hat sicher auch geholfen - seltsam: da muss man sich schlecht fühlen mitzusingen, dabei möchte man doch so gerne.....
So jetzt kommen wir mal langsam zum Ende, morgen gibt es dann die CD des Jahres......

Flying Lotus - Los Angeles & Ellen Allien -Sool sind wirklich sehr cool!

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