Poll ist toll 2006 - Teil 2

Heute: Pflichtprogramm.

At War With the Mystics von den Flaming Lips. Die meisten meiner Freunde hören Flaming Lips. Zynisch gesagt ist das DIE Konsenzmusik für political korrekte Hippies, aber in Wirklichkeit grossartig. Grandios verrückte Musik, von verrückten Textern und verrückten Musikern, nicht zu vergessen die verrückten Tontechniker.  Auch auf der neuen CD der Flaming Lips entdeckt man ständig neue Einfälle und Kleinigkeiten, so einen Mix muss man sich erst einmal trauen. Und um meine Interpretation hinzuzufügen: Auf der einen Seite steht der völlig verkopfte Rationalismus der Neuzeit, auf der anderen Seite die überspannte Religiösität der Sekten und meisten Religionen, nur deshalb “At War With Mystics” - Schluss damit, zurück zum lustvollen Begreifen der Welt und seiner Phänomene.

The Letting Go von Bonnie “Prince” Billie.  Will Oldham macht unter seinem Pseudonym Bonnie “Prince” Billie so viele Platten, dass man kaum hinterherhommt. Nur gut, dass er sich diesmal ein bischen Zeit genommen, sodass “The Letting Go” ein Chance hatte, länger im CD-Spieler zu rotieren. Gut auch für ihn, dass Folk gerade eine Renaissance feiert, so kann er sich erlauben in kleinen Clubs und Plattenläden aufzutreten - so kommt seine leise und zarte Musik sicher besser zu Geltung, als in großen Hallen - gut auch für uns, denn diese CD ist intimer, als seine Vorgänger.

Post-War von M.Ward. Womit wir bein Thema sind. Aus der Fülle der Produktionen aus dem Neo-Folk Bereich sticht M.Ward deshalb hervor, weil er der Introvertiertheit der “Transfiguration of Vincent” verläßt, hier gibt es plötzlich eine Band, und die fügt sich perfekt ins Bild ein. Schöne Songs, schöne Stimme.

9 von Damien Rice. Was konnte der Mann überhaupt noch machen? Mit O (Regular Version) hatte er einen Meilenstein gesetzt. Eine leise, melancholische, wunderschöne Platte hatte der Ire mit 21 Jahren gemacht, die sich über zwei Jahre in den britischen Charts hält und hunderttausende Einheiten verkauft, allein das ist schon unglaublich. Mir “9” kann er das zwar nicht übertreffen, aber zumindest anknüpfen, und man kann froh sein, dass ihm der Ruhm nicht zu Kopf gestiegen ist - immer noch sind seine Themen, die Frauen, die den anderen Mann heiraten und andere schief gegangene Beziehungen. Wer Balladen mag, bekommt hier die volle Breitseite.

The Beautiful Lie von Ed Harcourt. Bleiben wir doch beim Thema: Balladen. Was Damien Rice in Herzschmerz zelebriert, wird bei Harcourt in den Bandkontext gebracht und überhöht, gerade so, wie es noch gerade geht - eine CD die schon beim ersten hören wächst, und Grösse ist nun wirklich nicht sein Problem.

Dreamt for Light Years in the von Sparklehore. Eindeutiger Sieger in dieser Kategorie ist Sparklehorse. Sein Album It’s a Wonderful Life war mein absolutes Lieblingsalbum im Jahre 2002 und ich hatte es mir mehrmals gekauft, um es immer wieder zu verschenken. Ich kann nicht glauben, dass den Sänger Mark Linkous hierzulande kaum jemand kennt, in den USA und England spielt mit seiner Band ausverkaufte Konzerttourneen, bei seinem neben Hamburg einzigen Konzert in Köln verirrten sich zirka 75 Personen ins Gebäude 9. Gut für Linkous, denn er gilt aus menschenscheu und, dass er am Abend in Köln sich mehrmals mit “thank you” an das Publikum wendete muss man schon als locker und gesprächig empfinden. Sympatische Band, große Song, perfekt produziertes Album, Sparklehorse gehört weiterhin zu meinen Favoriten.
Und ich will Euch nicht auf die Folter spannen, im nächsten Teil geht es dann um das Album des Jahres.

Und Burial? BTW meine No.1 in 2006 ...

immer langsam mit die jungen Pferde....
kommt noch....

Name:

Email:

Location:

URL:

Smileys

Remember my personal information

Notify me of follow-up comments?

Bitte die folgende Frage beantworten, um den Kommentar zu posten:

Welche Summe ergibt 2 +2 ? 1 Zeichen nötig