Der zweite Abend beginnt in der Lobby mit der Installation “Zoonirico” des Tonkünstlers Truna, der tutende, kreischende, gurgelnde und sonstig lärmende Maschinen baut und sie über Schalter und Regler anschaltet und wieder abschaltet. Akkordeonzungen, Samples, kleine Gitarren, Kindertr�ten oder elektromagnetische Felder, alles wird über Tonabnehmer oder mechanisch irgentwie hörbar gemacht - ein lautes aber heiteres Spektakel - und er bringt die Zuschauer tatsächlich dazu bei einer seiner rhythmischeren Maschinen mitzuklatschen.
Es folgte der grosse spanische Komponist José Manuel Berenguer mit einer in Max/Msp geschriebenen Komposition, die von einer Projektion aus einem zweiten Computer mit Hilfe von Jitter begleitet wurde.
Das Stück begann mit einer granularen Fläche, die für mich ideale, fast paradiesische Züge annahm. Verteilt durch den Raum zieht sie vorbei und verändert sich fortwährend, wie eine Wolke die sich bei jedem Hinsehen zu verändern scheint. Die Videografik zeichnet feine Schwärme von Punkten auf die Wand, die sich einander anziehen und abstossen wollen.
Im zweiten Teil des Stückes wird es knirschend und laut, unterbrochen von Eruptionen. Reissendes Metall, gewaltige Klangbeben und wieder reisst und knirscht es. Das Bild wird sehr unruhig und Flächen und Objekte wechseln sich in einer Bildfolge ab, der man nicht mehr folgen kann.
Im dritten Teil wird der Hörer wieder in die flächenartigen Klänge geleitet, die nach dem heftigen Mittelteil umso verführerischer wirken. Ideale Klänge, ohne sinusartig zu sein, organische Elektronik - ein grosses Stück der Garnularsynthese.
Posted by pyrolator at 12:36 AM. Filed under: Leben Live •