Heute war die Eröffnung des deutschlandweit wohl einzigen Rock&Pop-Museums. 15 Jahre der Planung einige Jahre der Realisation sind nun zu einem Ergebnis gekommen, das sich sehen lassen kann.
Zu sehen sind nicht nur Exponate, wie die Handschuhe von Marlene Dietrich (Rock und Pop??), die Mundharmonika von Bob Dylan, die Totenmaske Rio Reisers oder der elektrische Bass der frühen Stones, das würde die Sache wohl zu einfach in Richtung eines rein verwaltenden Museums machen. Neben Videos ist über Touch-Screens eine Datenbank abrufbar, geordnet nach musikalischen Zeitströmungen, die ständig erweitert werden soll und somit lebendige Zeitgeschichte widerspiegelt. Klangobekte und ein sehr schön durchdachtes “Schubladensystem” mit Sounds runden die Ausstellung ab.
Warum es mich dahin verschlagen hat? Ihr erinnert vielleicht noch an die Ausstellung
“Zurück zum Beton” in der Düsseldorfer Kunsthalle, die von den Anfängen des Punk und New Wave in Deutschland handelte. Hier war die Brontologik ausgestellt, die ich mit Werner Lambertz zusammen gebaut hatte. Da dies einer der ersten flexiblen digitalen Sequenzer (auf Steckfeldbasis) ist, haben sich auch die Ausstellungsmacher in Gronau dafür interessiert. Habe ich mir gedacht: Ehe das Ding bei mir im Keller rumsteht, dann schon lieber da, denn im Zeitalter des Laptops will ich das Teil sowieso nicht mehr mit mir herumschleppen. Und sie haben es wirklich schön ein eine Vitrine gesteckt, dabei funktioniert es sogar noch, auf dem Bild rechts zu sehen:
Es gab jedenfalls Schnittchen und Getränke und unser Ministerpräsident Steinbrück war da und der Vesper und der Landrat und der Bürgermeister und Peer hat eine echt gute Rede gehalten, nein im Ernst ich hatte bisher nur ein etwas diffuses Bild des Chefs unserer Landesregierung, aber das hat mich überzeugt.
Gronau ist übrigens die Geburtsstadt von Udo Lindenberg und der war natürlich auch da und hat ein Konzert gegeben und es wurde auch gleich der Platz des Museums nach ihm benannt. Was ich in diesem Zusammenhang auch nicht schlecht fand: Der “Arbeitskreis Umwelt” protestierte vor dem Gebäude gegen einen Ausbau der Urananreicherungsfirma Urenco, welche einer der Sponsoren des Museums sind und hatten Udo dazu aufgefordert dazu Stellung zu beziehen und mit ihm ein paar Minuten Mahnwache abzuhalten. Das hat er gemacht und sich dazu gestellt und das auch noch im pressemässig richtigen Moment - Herr Lindenberg, Respekt.
Posted by pyrolator at 12:11 AM. Filed under: Unterwechs •
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