Afrika, Afrika

Gestern habe ich in Düsseldorf die gleichnamige Show besucht. Nicht dass ich falsch verstanden werde: Es war lustig, spannend, sehenswert und es kamen auch traditionelle Elemente afrikanischer Kultur nicht zu kurz und war glücklicherweise fernab von dem Folklore-Kitsch, den ich befürchtet hatte.
Im Vorfeld ist mir geraten worden lieber nicht Karten der untersten Kategorie zu kaufen und so entschied ich mich für Karten der 2. Kategorie und konnte für 89€ sehr gut sehen. Dabei fiel mir folgende Geschichte wieder ein: Mitte der 90er Jahre waren Lukas Ligeti und ich mit Beta Foly erstmals zu einem Konzert in Wien zu den Wiener Festwochen eingeladen. Da war nun eine wilde Mischung traditioneller afrikanischer Musiker, teilweise direkt vom Dorf sozusagen, zum ersten Mal in Europa und wir wurden in einem Luxushotel untergebracht. Sie glaubten nicht nur, dass ALLE Menschen in Europa Millionäre sind, ich erinnere mich auch an meine erste kleine Ansprache, in der ich erklären musste, dass der Preis, den sie für jede Flasche Cola aus der Mini-Bar bezahlen müssten, ihre Familien zuhause für ungefähr eine Woche ernähren kann. Bei dieser ersten Tournee waren einige Lernprozesse von beiden Seiten nötig. Heute nun ist die Gruppe, auch aber nicht nur aufgrund der politischen Lage in der Elfenbeinküste, zerschlagen und einige leben heute auch in Europa. Daran musste ich denken, als ich gestern umgerechnet 58.000 CFA für ein Ticket für diese Show bezahlen musste. Eine unglaubliche Summe Geld in den Augen der meisten Afrikaner, die noch auf ihrem Kontinent leben.