Freitag, September 21, 2007

Spezialitäten aus Okinawa 2

War mir doch ziemlich schnell klar, dass zur Zubereitung des Sobas ein Stück Speck oder Rippenfleisch des Schweins verwendet wird, so habe ich einige Zeit gerätselt, was die Fleischeinlage der Champuru-Gerichte denn nun wäre. Wurst? Formfleischforderschinken, wie es immer so schön in deutschen Pizzerias heisst? Nein, es ist schlicht und einfach Spam:




Womit wir bei den doch eher absonderlichen Aspekten der Küche Okinawas wären. Da ist zum einen das Umi-Budoh zu nennen:



Das ist eine Art Seegras mit kleinen, na wie soll ich sagen, Trauben? Am ehesten ist die die Konsistenz mit Kaviar zu vergleichen, auch hier scheinen die kleinen Bläschen im Mund zu verplatzen. Köstlich. Da es dieses Umi-Budoh wohl nur hier und auf ein paar umliegenden Inseln gibt und sich der Transport als äusserst schwierig erweist und damit dieses See-Gemüse wohl dem Rest der Menschheit voreinhalten bleibt, war der Besuch eines Umi-Budoh-Restaurants Pflicht. Hier gab es ein Umi-Budoh-Champuru mir See-Igel und Ich-weiss-nicht-was-Topping:



Der absolute Höhepunkt der Geschmackssensationen war das Tofu-Yo. Vergorener, fermentierter Tofu (man könnte auch sagen: leicht schlecht geworden) wird in Awarmori (dazu später mehr) eingelegt. Unglaublich, nahezu unbeschreiblich. Das kleine Ding, Kantenlänge nur etwa 1,5cm, geht im Mund auf wie eine belgische Praline mit hohem Kakao-Anteil (obwohl DER sicherlich gar nicht enthalten ist), alkoholisch, käseartig, intensiv, leicht bitter. Die Zubereitung und das Einlegens sind sehr aufwendig, da muss das Tofu über 4 Tage hinweg mit der Hand gewendet werden, und die Zeit des Einlegens beträgt bis zu 6 Monaten - so ist der hohe Preis von etwa 4 Euro pro Bissen zu erklären, schafft man aber eh nicht mehr......



Das einzige, was mir tatsächlich nicht geschmeckt hat, war diese Seeschnecke, auch ein ziemlich kostbares Essen, aber das war mir zu fest und schmeckte nach Fisch-Leber, die ich gar nicht schätze:



Kommen wir lieber zurück zu angenehmen Gaumenfreuden. Zum Beispiel das sensationell gute Ishigaki-Rind auf Holzkohle:



Oder aber der eben schon erwähnte Awamori. Die Spezialität aus Okinwawa, die auch in unseren Breitengraden zu finden sein sollte. Ein Zuckerrohrschnaps, der in stärkgraden zwischen 25% und 70% überall auf Eis oder mit Wasser angeboten wird. Es ist sozusagen DAS Nationalgetränk. Hier ein Awamori-Geschäft in Nara:



Zum Schluss dieser kulnarischen Reise durch Okinawa fehlt eigentlich nur noch der Taco-Rice. Der Legende nach hat ihn eine mexikanische Familie erfunden, die auf Okinawa lebte und merkte, dass den Bewohnern die Tortillas nicht schmeckten und diese kurzerhand durch Reis ersetzen. Heute ein Gericht, das sich über die ganze Insel verbreitet hat und in jedem Supermarkt als Fertigmischung zu haben ist. Also: Reis, Hackfleisch, Tomaten-Chillisauce, Salat, Käse.


Donnerstag, September 20, 2007

Spezialitäten aus Okinawa

Gibt man das Wort “Okinawa” in eine deutschsprachige Suchmaschine ein, so wird als einer der ersten Vorschläge die Langlebigkeit und die “Okinawa-Diät” erscheinen. Hier wird dann gespriesen, dass die Einwohner Okinawa die höhste Lebenserwartung der Welt haben, aufgrund der Tatsache, dass sie wenig Fett und Fleisch zu sich nehmen. Ich könnte jetzt ein herzhaftes: “Alles Quatsch” rufen, aber einen wahren Kern hat das Ganze immerhin. Tatsache ist, dass die Küche Okinawas eine unglaubliche Vielfalt an verschiedenen Zutaten enthält, Einfüsse aus verschiedenen Kulturen werden hier gerne adaptiert und weiterentwickelt. Was allerdings nicht stimmt, ist dass die Bewohner Okinawas wenig Fleisch essen. Besonders der Anteil an Schweinefleisch ist hier wesentlich höher als in Japan - und nicht selten rühmen sich die besonders alten Menschen, sie hätten dieses Alter nur aufgrund von Schweinefleisch erreicht.
Der klassische Vertreter dieser Gattung ist das Okinawa-Soba, eine Schweinefleischsuppe, die allerdings, auch wenn sie gar nicht so aussieht, gar nicht fett ist:




Die Variationen dieses Saki-Sobas sind vielfältig, hier ein Beispiel für ein Restaurant, welches diese Variation nur 15 mal am Tag anbietet:



Eine weitere Variation ist das Beniimo-Soba, wo das Buchweizenmehl, aus dem der Teig besteht zusätzlich mit Süsskartoffelmehl versetzt wird:



Eine weitere Spezialität der Insel ist das Champuru, was soviel wie Mix bedeutet. Hier werden verschiedene Arten von Gemüse, Schweinfleisch, Tofu usw. zu einem Gericht zusammengewürfelt, die dann in einer Garmethode, dem Wok vergleichbar, schnell gegart werden. Beispiele sind das Tofu-Champuru:



Oder aber auch das Goya-Champuru:



Womit wir beim Thema Goya wären - eine bittere gurkenähnliche Frucht, die in vielen Variationen in der Küche Okinawas immer wieder auftaucht, sei es als eingelegtes Gemüse, Saft, in Cocktails, oder wie hier in einem Salat:

Dienstag, September 18, 2007

Schlangenaale und Rundschwanzseekühe

Eine der Hauptattraktionen auf Okinawa ist das hiesige Aquarium. Klingt erstmal nicht so, aber es ist wirklich eindrucksvoll. In einer grossen Schleife geht man an vielen kleineren und grösseren Becken vorbei immer tiefer herunter und kommt schliesslich am grössten künstlichen Wasserbeckene der Welt an.




7000 Tonnen Wasser. Eine Sicht wie eine riesige Kinoleinwand und kaum ein Fisch unter Ellenbogengrösse. Die grössten beiden, Walhaie, sind mehrere Meter lang und jedes mal, wenn sie am Fenster vorbeischwammen ging ein Raunen durch die Zuschauer. Es gibt sogar ein kleines Cafe am Rande dieses Beckens und man kann direkt am Fenster sitzen. Man beachte den Mann auf der rechten Seite des Bildes, der trotz dieses sensationellen Anblicks einfach einschlief.



Die für mich eigentlichen Attraktionen des Aquariums waren jedoch die Schlangenaale, die wohl jedem Besucher ein “Oh, sind die aber süß” entlockten, und die Kinder sich die Nase am Becken platt drückten.



Und natürlich die aus Mexico stammenden Rundschwanzseekühe. Gross, vegetarisch, langsam, und es gibt sie schon etwa 54 Millionen Jahre auf der Erde - möchte man sofort als Stofftier haben, wenn schon nicht in echt.

Montag, September 17, 2007

Okinawa

Nach kurzem Aufenthalt in Tokio ging es direkt nach Okinawa.




Die Insel liegt etwa 1500km südöstlich von Tokio, etwa 2 Flugstunden entfernt. Die etwa 1.2 Millionen Einwohner der Insel wohnen vornehmlich im Süden der Insel, hier ist auch die Hauptstadt Naha.



Der Norden ist ein grosser tropischer Wald und Naturschutzgebiet.



Okinawa ist der einzig bekannte Fall, wo von Rechts- auf Linksverkehr umgestellt wurde, und das erst im Jahre 1978. Autofahren ist dort sehr einfach, es gelten fast überall Geschwindigkeitsbegrenzungen von 40 oder 50km in der Stunde und es halten sich nicht nur alle daran, sondern häufig wird diese Höchstgeschwindigkeit auch noch unterschritten - sehr entspannt hier.....



In der Mitte der etwa 150km langen Insel sind die meisten Strände zu finden, weshalb hier auch die meisten Hotels stehen.



Überall stösst man auf die grosse Geschichte dieses alten Königreiches, was erst 1879 seine Unabhängigkeit verlor und zu Japan kam.

Sonntag, September 16, 2007

Verdächtig verdächtig….

Was für einen Eindruck macht diese Person? Freundlich? Ein Priester ? Arwöhnisch? Verdächtig? Etwa gefährlich?






Wenn man diese Warnung im Hotel sieht, dann ist man informiert und kann die richtigen Schritte einleiten. Die Frage ist nur: Wie schnell kann ich zu einer solchen “Preson” werden?



Mittwoch, September 12, 2007

Rätselraten

Wer mir sagen kann 1. zu welchem Kleidungsstück dieses knochartige Teil gehört und damit 2. in welchem Land ich mich befinde, der gewinnt die neue CD von Burkina Electric, die am 5.Oktober nur in den USA erscheinen wird. Die Antwort bitte in den nächsten 24 Stunden in den Kommentaren. Der Rechtweg ist ausgeschlossen und so.

Montag, September 25, 2006

mix as mix can

Fertig gemischt. Wirklich erstklassig was Moses Schneider (vorne) aus unserer Musik gezaubert hat. Mit beim finalen Hören: Michael Kemner (bass, hinten links) und Norbert “der wahre Heino” Hähnel (hinten rechts), alle begeistert. Wie man sieht war gutes Wetter in Berlin......

Mittwoch, September 13, 2006

Transporterraum

Sonnenschein in Berlin. Zur Zeit im Transporterraum in Berlin, wo Moses Schneider gerade das neue Fehlfarbenalbum mischt, was dann hoffentlich Ende Februar erscheint. Ich freue mich, dass er Zeit für uns gefunden hat, wo er nicht nur die Beatsteaks, Ollie Schulz (sehr sehr gutes neues Album!), sondern auch das letzte Kante-Album produziert hat, welche zu meinen Lieblingsplatten in diesem Jahr gehört. 

Dienstag, Mai 16, 2006

Kinder

Kinder aus Ouagadougou.


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Video (kleiner)

Hier ist das Video nochmals, diesmal aber in kleiner Auflösung, für alle die keinen schnellen Internet-Zugang haben (dafür siehts dann natürlich auch nicht so gut aus...):


Burkina Electric “To mi to zi”

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