Im Februar hatte es der Schockwellenreiter noch geschrieben: Es gibt eine Sicherheitslücke in pmachine, mit dem auch dieses Weblog zusammengebastelt wird. Ich habe diese Warnung nicht weiter beachtet, aber als ich heute morgen hereinschaute, war die Titelseite eine Botschaft in portugiesisch von einer Hacker-Crew namens “Un-root”.
Dankeschön. Sagt mal Kids, habt ihr nichts besseres zu tun, als anderen Menschen die Webseiten zu vermatschen?
Posted by pyrolator at 07:34 PM.
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Ich bin gerade hier, wo ich unsere neue CD anfange zu mischen, deshalb ein paar Tage Blogpause.
Posted by pyrolator at 09:40 AM.
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Mal wieder etwas in eigener Sache: Heute ist bei uns die Wiederveröffentlichung meiner CD “Wunderland” eingetroffen, die ich 1983 gemacht hatte, unter anderem mit dem Anspruch eine zeitlose “intelligente Gebrauchsmusik” zu erschaffen. Durch die letzten Jahre hindurch habe ich immer Nachrichten von Eltern bekommen, die diese CD mit Erfolg ihren Kindern vorspielten oder schenkten. Zumindest das erste Stück “Im Zoo” kommt immer gut bei Kindern an. Wenigstens etwas erreicht.
Erscheinen wird das reissue im April, bei meinem Label kann man sie jetzt schon bestellen.
Heute hatte ich auch endlich ein bischen Zeit und auch gleich ein Banner dazu gebastelt.
Posted by pyrolator at 11:52 PM.
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Wie Ihr vielleicht wisst, bin ich ein grosser Fan von Martin Denny. Seine Musik hat mich nachhaltig berührt und beeinflusst. Er hat in den fünfziger Jahren die “Exotic Music” erfunden und ganz grossartige Alben mit Titeln wie “Exotica”, “Afro Desia” oder “Primitiva” herausgebracht.
Ich habe ihn nie persönlich kennengelernt, bin aber stolzer Besitzer einiger handsignierter Alben.
Mein guter Freund Pascal, der eine Freundschaft zu ihm aufgebaut hatte, hat mich eben angerufen und mitgeteilt, dass seine Tochter in anrief, um mitzuteilen, dass Martin Denny 5 Wochen vor seinem 94. Geburtstag gestorben ist. Er ist in seinem Haus auf Hawaii ruhig eingeschlafen und sie sagte, wir sollen nicht weinen.
Das ist nun schon die dritte Todesnachricht die ich über dieses blog verbreiten muss, so leid es mir tut.
Ich wollte immer eine Platte mit ihm veröffentlichen. Seine Plattenfirma stellte allerdings unglaubliche Lizenzforderungen, sodass es nie zu einer solchen gekommen ist. Trotzdem haben wir es geschafft eine Platte herauszubringen, auf der er auf zwei Stücken Klavier spielt: Don Tiki. Ich werde bestimmt später noch einige Geschichten über meine Erfahrungen mit seinen Platten und ihm erzählen können, aber jetzt gerade ist mir nicht danach.
Posted by pyrolator at 12:06 AM.
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Nachdem Lisa und Marie mir dankenswerterweise das Stöckchen zugeworfen haben, will ich nun nach dieser f�r Euch schon bestimmt ermüdenden Neue-Musik-Geschichte, nun endlich zur Beantwortung schreiten (nicht dass ich das nicht gelesen hätte...)
1. Wieviele gigantische Bytes an Musik sind auf deinem Computer gespeichert?
Knapp 24GB an MP3`s. Meine CD-Sammlung steht vollkommen unangetastet herum und vieles habe ich mittlerweile in den Computer übertragen. Ich höre Musik nur noch am Rechner und unterwechs mit dem iPod. Nur die vielen LP`s fehlen, aber dafür ist einfach keine Zeit.
2. Die letzte CD, die du gekauft hast?
Bloc Party “Silent Alarm”. Junge M�nner zwischen Pop, Gang of Four und Cure. Ein bischen overhyped, aber nett.
3. Welches Lied hast du gerade gehört, als dich der Ruf ereilte?
“Sinnerman” Nina Simone. Zufall, iTunes auf Shuffle-Play.
4. F�nf Lieder, die mir viel bedeuten oder die ich oft höre.
Nicht nur Lieder, das wäre mir zu einseitig:
I. Martin Denny “Exotica” (1958) Bleibt der Klassiker meiner Sammlung, hat mich nachhaltig inspiriert und berührt. Martin Denny lebt 94-jährig immer noch auf Hawaii.
II. Anonio Carlos Jobim & Frank Sinatra (1967) Die coolste Platte, die ich kenne: “And Franks Lips started moving, like your`s, when you write a cheque over 1000 Dollar...”.
III. Rhythm & Sound. Um nicht nur in der Geschichte rumzukramen. Fast alles ist empfehlenswert, Eine Neudefinition des Reggae.
IV: The Streets “Blinded By The Light”. (2004) Jetzt doch ein Song. Spontan aus dem Bauch raus. Hat mich umgehauen. Soviel Ehrlichkeit und Verzweiflung und Liebe und alles in einem Song unterzubringen. Das Video kann man hier gucken.
V. Und an oft gehörtem sagt mein iTunes, dass ich “God Put A Smile Upon Your Face” von Coldplay (2002) am häufigsten gehört habe. Wirklich? Na ja, ist ja auch ein schönes Lied.
Und Stöckchen fliegt weiter an: Tanith (aus Interesse) und dem King (damit er mal wieder was schreibt)
Posted by pyrolator at 07:26 PM.
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Am letzten Tag waren alle Komponisten/Musiker dann noch im Haus von Llorenc Barber eingeladen, das ein paar Kilometer ausserhalb von Aielo in den Bergen liegt.
Hier gab es eine Paela, gebettet auf frischem Tymian, die so unglaublich gut geschmeckt hat, dass mir immer noch die Spucke im Mund zusammenläuft. Ein Fest, dass bis in den späten Abend dauerte. Die meisten sind dann zurück in die Stadt gefahren, ich bin mir ein paar Leuten aber noch im Haus geblieben - kein Strom, Wasser aus dem Brunnen und zwei offene Feuer um den Raum zu erhellen und uns zu wärmen.
Das wunderbare Erlebnis war allerdings, als wir in der Nacht noch einmal nach draussen gingen. Der Mond schien über die Berge und es war absolut windstill. Kein Dorf und keine Stadt in der Nähe, keine Autostrasse - es war einfach nur total still. So still, dass ich nach einer Weile das Rauschen in meinen Ohren hörte und mein schlagendes Herz. Wunderbar und eine bleibende Erinnerung.
Posted by pyrolator at 09:39 PM.
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Auch wenn ich die letzten Tage nicht dazu gekommen bin, so möchte ich doch wenigstens diese Serie zum Abschluss bringen.
Michael Fahres und ich führten am letzten Abend unser Stück “Marcos” auf, eine Art erweitertes “Fram”, dass wir ja schon letztes Jahr in einem Konzert im Museum Kunstpalast aufgeführt hatten.
Eine grosse Attraktion stellt natürlich der Kreisel dar, der extra für dieses Konzert mit einer Spedition aus Deutschland gebracht wurde.
Nach uns spielte dann noch das Duo “Schnee”, Burkhard Stangl und Christof Kurzmann. Ihre Kommunikation der leisen Töne zwischen Computer und Gitarre fand ich sehr schön und möchte an dieser Stelle wärmstens auf die
Veröffentlichung eines Live-Konzertes beim kleinen New Yorker Label Erstwhile hinweisen.
Grossen Dank an Llorenc Barber und sein Festival, dass er nun schon acht Jahre organisiert. Es gibt nicht viel vergleichbare Veranstaltungen mit einer solch familiären Atmosphäre.
Posted by pyrolator at 01:02 AM.
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Nicht dass ich alles nur gut finde, oder lobhudle. Die Performance des “Colectivo Vasco Klem” hat mir nicht gefallen: Auf einer Videoleinwand wird ein Film gezeigt, der eine nackte Frau zeigt, die rundherum mit einem Edding-Stift beschrieben wird, dem Text kann ich nicht ganz folgen, es geht aber wohl um die Übertragung von Krankheiten. Vor der Leinwand steht ein Saxophonist und während er ein freies Solo spielt, wird er mit Mullbinde umwickelt. Für mich ein Rückfall in die Siebziger, Otto Mühl lässt grüssen.
Welche akkustische Wohltat war dagegen der Solovortrag der Süd-Tiroler Gitarristin
Margareth Kammerer, deren aktuelle CD “to be an animal of real flesh” ich wärmstens empfehlen kann.
Sie spielte einfache, aber nicht simple, repitative Pattern auf der Gitarre, teilweise vertont sie Gedichte von Cummings, Celan oder Artaud. Sie hat eine klare ausdrucksstarke Stimme mit einem wunderbar natürlichen Vibrato, wie schrieb die Taz so schön zur CD: “Avantgarde zum Angewöhnen”.
Posted by pyrolator at 12:14 AM.
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Der zweite Abend beginnt in der Lobby mit der Installation “Zoonirico” des Tonkünstlers Truna, der tutende, kreischende, gurgelnde und sonstig lärmende Maschinen baut und sie über Schalter und Regler anschaltet und wieder abschaltet. Akkordeonzungen, Samples, kleine Gitarren, Kindertr�ten oder elektromagnetische Felder, alles wird über Tonabnehmer oder mechanisch irgentwie hörbar gemacht - ein lautes aber heiteres Spektakel - und er bringt die Zuschauer tatsächlich dazu bei einer seiner rhythmischeren Maschinen mitzuklatschen.
Es folgte der grosse spanische Komponist
José Manuel Berenguer mit einer in
Max/Msp geschriebenen Komposition, die von einer Projektion aus einem zweiten Computer mit Hilfe von
Jitter begleitet wurde.
Das Stück begann mit einer granularen Fläche, die für mich ideale, fast paradiesische Züge annahm. Verteilt durch den Raum zieht sie vorbei und verändert sich fortwährend, wie eine Wolke die sich bei jedem Hinsehen zu verändern scheint. Die Videografik zeichnet feine Schwärme von Punkten auf die Wand, die sich einander anziehen und abstossen wollen.
Im zweiten Teil des Stückes wird es knirschend und laut, unterbrochen von Eruptionen. Reissendes Metall, gewaltige Klangbeben und wieder reisst und knirscht es. Das Bild wird sehr unruhig und Flächen und Objekte wechseln sich in einer Bildfolge ab, der man nicht mehr folgen kann.
Im dritten Teil wird der Hörer wieder in die flächenartigen Klänge geleitet, die nach dem heftigen Mittelteil umso verführerischer wirken. Ideale Klänge, ohne sinusartig zu sein, organische Elektronik - ein grosses Stück der
Garnularsynthese.
Posted by pyrolator at 12:36 AM.
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Das Stück des Kolumbianers Carlos Gómez beginnt sehr verhalten. Er sitzt hinter einem tiefen Tisch auf dem Boden, vor sich ein aufgeklapptes Powerbook, neben ihm eine Angel mit einer Schnur und einem nicht definierbarem Objekt, das so angestrahlt wird, dass es einen grossen Schatten auf die dahinterliegende Bühnenwand wirft.
Seine Musik ist leise und “Click&Cuts"-artige Geräusche vermischen sich mit undefinierbaren Samples aus Filmen oder Fernsehen. Es knirscht in Quadro und das leise und immer wieder mit Generalpausen versetzt.
Dann steht er auf und nimmt die Angel in die Hand. Das kleine Objekt stellt sich als ein Lautsprecher heraus, aus dem eine Stimme klingt, die wie beiläufig ein la-la-la singt. Eine unentschlossene Melodie. Er geht mit der Angel durch das Publikum und der Lautsprecher fliegt an den Ohren der Hörer, auch an meinen, vorbei. Ich bin gleichermassen berührt wie begeistert. Eine akkustische Welt tut sich auf, nur eine kleine Melodie, die vorbeifliegt, aber sie weckt Erinnerungen und Assoziationen. Begeisteter Applaus.
Die bekannte Flamenco-Sängerin Alicia Acuna betritt die ü�hne und mit ihr Llorenc Barber. Alle haben nach der Programmankündigung erwartet Flamenco mit Gitarren zu erleben, aber schleift ein Becken über den Boden, das er nach und nach scheppernd und obertonreich von der Bühne hochhebt.
Dann stülpt er, auf das Becken schlagend, sich selbiges auf den Kopf und beginnt wie ein mongolischer Kehlkopfsänger die Obertöne des Beckens zu singen. Dazu beginnt Alicia Acuna den traditionellen Flamenco-Gesang mit Herzschmerz und allem drum und dran. Sehr intensiv und gefühlsgeladen.
Das ganze ebbt in der Intensität wieder ab und das Becken schleift über den Boden von der Bühne. Stürmischer Applaus und Bravo-Rufe.
Posted by pyrolator at 12:11 AM.
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