Freitag, Oktober 19, 2007

Convenience

Nirgendwo gefallen mir die Auslagen der Lebensmittelabteilungen so wie in Yokohama.




Die unteren Etage der grossen Kaufhäuser gleichen einem kulinarischen Paradies.


Donnerstag, Oktober 18, 2007

It´s hip to be square

Mode kommt und geht. Und ist gibt wohl kaum ein Land auf der Erde, wo sich Moden so schnell und äusserlich beeindruckend zeigen können wie in den japanischen Grossstädten. Und es deutete sich schon einige Zeit an: Viereckig oder auch quadratisch ist eine Mode ! Waren noch vor einigen Jahren die Güter des Konsums colani-mässig abgerundet, dominiert heute die möglichst rechtwinklige Form.
Am deutlichsten kann man das auf der Strasse beobachten, denn fast jede grosse Autofirma hat mindestens ein eckiges Auto im Programm, und man hat das Gefühl, dass der Anteil der neuzugelassenen eckigen Autos sehr hoch ist.




Was sind die Vorteile? Einparken und Platzbedarf sind optimalisiert und wenn man in einem solchen Gefährt sitzt, hat man das Gefühl eines “Raumwunders”. Ich habe keine Ahnung wie die CW-Werte für solche Autos sind, aber sie scheinen sowieso für die Stadt konzipiert zu sein. Bei mir entwickelte sich eine regelrechte Hassliebe. Im Anfang habe ich nur gedacht “sind die aber hässlich”, aber am Ende der Reise wollte ich selber so ein Auto haben. Am besten gefallen hat mir der Nissan “Cube”, den schon als der fahrbare iPod bezeichnet wurde, und der im Laufe des Jahres 2008 nach Deutschland kommen soll, hier links im Bild zu sehen.



Wo mein Verständnis dann komplett aufhört, ist die Tatsache, dass es in Japan als Neuware praktisch nur noch eckige Handys gibt. An den scharfen Kanten ist schon so manches Kleidungsstücke eingerissen und wirklich gut in der Hand liegen sie sowieso nicht.


Dienstag, Oktober 16, 2007

Spielkind

Was ich als altes Spielkind auch an Japan liebe, ist unschwer an der nachfolgenden Fotoserie zu erkennen.
Gekauft habe ich davon zwar nichts, aber anchauen ist doch auch ganz schön.
Da wäre z.b praktisches für die Küche, wie die Pandapfanne:




Oder der Schwamm in Form von Fisch:



Der aktuell ganz grosse Hit in Japan sind Gaspard und Lisa, die man überall kaufen kann, und damit auch ein zumindest 50% deutsches Produkt. Als Comic, als Stift, als Schlüsselanhänger - und wie hier auch als Geschirr:



Raus aus der Küche. Was gibt es für Kinder Neues? Da wären die verschiedenartigen supersüssen “Schaukelpferde”:



Und natürlich neue Stofftiere - nachdem Kogepan und selbst Tarepanda praktisch ausgestorben sind, werden immer wieder neue Charaktere erschaffen, deren Namen ich nicht einmal weiss:





Und der in Japan seit vielen Jahren populäre Totoro hat es nicht nur geschafft, dass sich eigene Läden um ihn und seine Freunde kümmern (Gut ist auch der Katzenbus!), sondern er wandert schon als Symbol einer Generation in die normale Wäscheabteilung eines Kaufhauses.



Ein ähnliches Phänomen gibt es ja schon bei Hello Kitty, mit deren Logo man in jeder Preisklasse etwas findet. Das auch andere verspielte Motive nicht gerade preiswert sein müssen zeigt das abschliessende Bild - ein Pudelhandtäschchen ab etwa 120 Euro....


Montag, Oktober 15, 2007

“Heute ist Einkauf in unserer Stadt…”

Wie jedes Mal, wenn ich in Tokio bin, gibt es natürlich auch eine Erkundungstour durch die Kaufhäuser und Läden, was es denn so Neues und Interessantes gibt. Zuerst einmal die “seriöse” Abteilung.
Als Neuigkeit wäre da das Geschirr zum selber-zusammenstecken zu erwähnen. Ich weiss zwar jetzt auch nicht ganz genau, ob das für Picknic oder Heimbedarf gedacht ist, aber es sah nach einem orginellem Geschenk aus.




Hier noch eine Nahansicht.



Ich fand auch die verschiedenen Sitzmöbel, die sich an den 70er-Jahren orientieren schön.



Und ganz grossartig haben mir die Drucke auf den Tüchern gefallen.



Aus der Mode ist zu berichten, dass fast alle jungen Frauen in einem Kleiderschnitt herumlaufen, der an Umstandsmode erninnert - also unter der Brust zusammengefasst und darunter frei abfallend. Das sieht nicht immer vorteilhaft aus, aber diesen Mantel fand ich dann doch gut.



Noch besser gefiel mir allerdings das Marimeko-Design, dass in Japan immer mehr Freunde gewinnt.



Zuletzt dann noch etwas traditionelles - eine Auslage eines bekannten Papiergeschäftes. Gar nicht mal so teuer, so ein Bogen....



Na ja, einen hab ich doch noch - es gibt jetzt Pizza in Tüten. Musste ja auch sein, wie soll man das auch sonst mit eienr Hand essen? Probiert habe ich das nicht, mir ist die italienische Variante dann doch lieber.


Sonntag, Oktober 14, 2007

Asakusa

Ich komme im Augenblick einfach mit dem Blog nicht vom Fleck. Deshalb meine Entscheidung: Ich muss noch ein bisschen meine Reisen aufarbeiten und werde die Beiträge deshalb zurückdatieren, und hoffe dann in absehbarer Zeit wieder in der Gegenwart anzukommen....

Weiter geht es in Japan:
Asakusa ist so etwas wie die Altstadt von Tokio. Bisher bin ich noch nie da gewesen - es liegt halt eher im Norden Tokios und das dauert von Yokohama doch eine ganze Weile mit der U-Bahn. Aber ich habe die Anfahrt nicht bereut. Ein lebendiger Touristenmagnet mit vielen kleinen Ständen und Lädchen auf dem Weg zum Tempel.




In den Seitenstrassen indet man auch viele traditionelle Geschäfte wie diesen Laden für Fächer.



Der Sensoji-Tempel, den man nach ein paar Minuten zu Fuss erreicht, ist der älteste Tempel in Tokio (6.Jahrhundert) und man ist überrascht einen solchen grosszügigen freien Platz inmitten der Stadt zu finden. Hier eines der Nebengebäude des Tempels.



Besonders in der Abenddämmerung macht ein Spaziergang in diesem Stadtteil Spass - viele kleine Läden und eine eher traditionelle Bauweise der Häuser.



Ab und zu auch edle Einkaufsmöglichkeiten - man beachte den einzelnen Kimono an der Stirnseite (wahrscheinlich kaum bezahlbar).




Dann wieder überdachte Malls mit Geschäften für den täglichen Einkauf und auch preiswert.




Besonders angetan war ich von den Läden, die Fotos von alten Gesangs- oder Filmstars verkauften. Hier die Top10:



Und zum Abschluss des Abends (nein, diesmal zeige ich nicht, was es zu essen gab) noch zum Fluss mit dem Tropfen als Wahrzeichen.


Samstag, Oktober 13, 2007

Welche Summe ergibt 1+1 ?

Jetzt bin ich es leid. Nachdem in der letzten Zeit mein Blog immer wieder mit Kommentaren vollgespammt wurde, habe ich eine kleine Captcha-Alternative installiert.
Wenn man also hier kommentieren, muss man eine schlichte Frage, wie die im Titel beantworten. Müsste doch zu machen sein, oder? Bald geht es auch weiter mit meinen Reiseberichten, versprochen....

Freitag, Oktober 12, 2007

Das ultimative Kyoto-Menü

Auch auf die Gefahr hin, dass ich Euch wieder den Mund wässerig mache, aber als ich dachte, dass das Menü in Shimonoseki das beste sei, was ich je gegessen habe, sah ich mich in Kyoto eines besseren belehrt - es gibt doch noch eine Steigerung: Das Kyoto-Herbst-Menü !
1. Gang. Der “Gruss aus der Küche”. Pilze, eingelegtes Gemüse und andere Köstlichkeiten.




2. Gang. Schlicht und gut: Sashimi.



3.Gang. Klare Suppe mit Pilzen und einem, mmmh was soll ich sagen, Kloss?



4.Gang. Filetsteak vom Kobe-Rind (zaaaart!) mit kleiner Salatbeilage und Steinsalz.



5.Gang. Tempura, so gut wie ich es noch nie gegessen habe. Man sagt, wenn das Tempura besonders gut ist, braucht man die Brühe mit dem Rettich nicht, sondern kann es mit einer kleinen Prise aus grünem Tee und Salz (vorne rechts) geniessen - stimmt, passt gut.




6.Gang. Der “Reisgang”: Herbstliches Sushi, und auch hier eine unglaubliche Qualität.



7.Gang. Dessert. Schlicht und erfrischend: Melone und Trauben, dazu grüner Tee.



Danke der Nachfrage, ich war zum Essen eingeladen und habe es nicht bezahlt, aber ich weiss was es gekostet hat, und die Preise in Kyoto sind nicht von schlechten Eltern.......

Donnerstag, Oktober 11, 2007

Das versteckte Kyoto

Die Altstadt Kyotos, der Gion-Bezirk, macht eigentlich einen schönen und lädt zu Spazieren ein.




Es gibt schöne aber teilweise unbezahlbare Geschäfte, die traditonelle Kleidung anbieten.



Aber es ist auch der Stadtteil in dem die Tradition der Maikos weiterlebt. Das Wort Geisha stammt eher aus dem Tokioter Raum, das Wort Maiko wird hier in Kyoto verwendet und bezeichnet Unterhaltungskünstlerinnen, die schon von teilweise früher Kindheit an in der Kunst des Tanzes und des Gesangs unterwiesen werden. Da die Tradition immer weiter zurück geht, gibt es nur noch wenige dieser Ausbildungsstätten, und ihre Dienste sind heute sehr teuer.
In eines der klassischen und berühmten Lokale zu kommen, in denen Maikos auftreten ist schlichtweg unmöglich. Das liegt nicht etwa an den Preisen, was auch gerne einmal vierstellige Eurozahlen bedeutet, sondern schlicht daran, dass man zu diesen Kreisen gehören muss. Man braucht eine Einladung, einen Fürsprecher, und selbst dann ist es nicht gesagt, dass dieser Platz jemanden aktzeptiert. Es scheint so, als sei die Meiko-Kultur der Neuzeit reichen Politikern, Finanzhaien und anderen Geschäftsleuten vorbehalten.



Aber wenigstens kann man von aussen an den Holztafeln sehen, welche Maikos hier ein und ausgehen, und manchmal hat man auch Gelegenheit eine von ihnen auf der Strasse zu sehen.



Abseits des Gion-Bezirks, in dem es zu meinem Schrecken auch Pferdewettbüros und ähnlich zweifelhafte Läden gibt, ist die Stadt Kyoto ist sehr bemüht diese Kultur wieder zu pflegen und es gibt kaum ein Restaurant oder ein Hotel, welches nicht Rabatte für Frauen ausspricht, die im klassischen Kimono kommen. 

Mittwoch, Oktober 10, 2007

Die Geschichte des Ghi-ohji Tempels

Im 13.Jahrhundert lebte Ghi-oh, eine Tänzerin und Sängerin im Shirabyoshi-Stil. Sie war in ganz Kyoto berühmt und dabei von solcher Anmut und Schönheit, dass der damalige Herrscher Taira-no-Kiyomori sie zu seiner Favoritin machte und ihr und ihrer Mutter Toji ein grosses Haus mit allen Annehmlichkeiten baute. Sie wurde zur überragenden Persönlichkeit des Tanzes am Hof. Drei Jahre jedoch kam ihre Schwester Hotoke Gozen in die Stadt, und sie stellte bei ihrer ersten Darbietung alles in den Schatten, was an Tanz und Gesang bisher in Kyoto zu sehen war. Da war es nur eine Frage der Zeit, wann dies dem Herrscher zu Ohren kommen würde. Ghi-Oh war erzürnt: “Wie konntest Du nur ohne Einladung in die Stadt kommen!”.




Es kam wie es kommen musste: Auf Einladung von Kiyomori musste Hotoke Gozen einige ihrer Tänze am Hof zeigen und sie sang dabei mit einer solch verzückenden Stimme, dass der Herrscher beschloss, sie zu seiner Lieblingsfrau zu machen und sie einzuladen in dem wunderbaren Haus ihrer Schwester zu wohnen. Hotoke Gozen schämte sich sehr ihrer Schwester eine solche Schande gemacht zu haben und ihre Vormachtsstellung so jäh zu beenden, doch der Herrscher war unerbittlich und rief: “Werft Ghi-Oh aus dem Haus!”.
Als Ghi-oh die Nachricht von ihrem Rauswurf überbracht wurde, wurde sie sehr traurig und auf der Treppe hinterlies sie die folgenden Zeilen:
“Ob das Gras dabei ist zu blühen,
oder wenn es verdorrt und stirbt,
all das Gras muss letztendlich im Herbst vergehen.
Auch für die Menschen,
wird die Liebe eines Tages ermüden.”

Sie ging sie in den Westen Kyotos und suchte ein kleines Kloster im Wald auf und lebte dort zurückgezogen mit ihrer Mutter. Im folgenden Frühling kam eine Nachricht von Kiyomori, er sei am Hof gelangweilt und Ghi-oh solle doch zurück kommen, um ihre Tänze zu zeigen. Zuerst wollte sie die Boten wegschicken, doch ihre Mutter ermahnte sie: “Die flüchtige Natur der Beziehung zwischen Mann und Frau ist die Lektion, die Du lernen musst. So lange Du lebst, kannst Du nicht gegen den Willen des Herrschers handeln. Denke an Dein Leben und das Deiner schwachen Mutter und gehe in die Stadt”.
Als sie an den Hof kam, begriff sie schnell, dass ihr alter Platz vergeben und sie in einer unteren Stellung leben musste und eines ihrer Lieder war von einer solchen Wehmut und Trauer erfüllt, dass alle Anwesenden anfingen zu weinen. Doch auch hier erwies sich der Herrscher aus unerbittlich, und warf sie wieder vom Hof. Da beschlossen sie und ihre Mutter Nonnen zu werden und wieder im kleinen Kloster am Stadtrand zu leben. Eines Abends, als beide gerade beten, klopft an der Tür. “Wer kommt so spät noch heraus zu uns? Ist es ein Teufel, der uns vernichten will, oder ist der Buddha gekommen, um uns zu beschützen?”.




Es ist ihre Schwester Hotoke Hozen, die das Unglück ihrer Schwester nicht mehr ertragen kann und beschliesst, ebenfalls eine Nonne zu werden. Ghi-oh, geläutert durch ihr Gebet fällt ihrer Schwester um den Hals und ruft: “Ich habe niemals geträumt, dass Du so fühlst. mein Ärger ist verflogen, lass uns fortan gemeinsam nach der Erleuchtung streben und dem weltlichen entsagen.” So lebten die drei bis zu ihrem friedlichen Tode im Kloster, das fortan der Tempel von Ghi-oh genannt wurde.

Nachtrag: Dieser Ort und diese Geschichte waren in Vergessenheit geraten. Als in der Neuzeit der Geisha Chishoni ein ähnliches Schicksal wiederfuhr, erinnerte sie sich an die Geschichte und auch sie zog sich an diesen Ort als Nonne zurück. Sie fing an wieder Moosbeete anzulegen und den Platz wieder aufzubauen und zu pflegen und so an die Geschichte von Ghi-oh zu erinnern. Die Menschen Kyotos beweinten ihren Tod im Jahre 1994.

Dienstag, Oktober 09, 2007

Kyoto für Fortgeschrittene

Fährt man ganz in den Westen Kyotos so kommt man zur Togetsukyo-Brücke, was soviel bedeutet wie “die-über-den-Mond-Brücke”, was schon die spezielle Athmosphäre dieser Gegend beschreibt.






Auch hier ist eine grosse Ansammlung von Tempelanlagen, diese sind allerdings nicht so von Touristen überlaufen. Herausragend in der Geschichte und Architektur ist dabei der Tenryuji-Tempel aus dem 14.Jahrhundert zu nennen, der einen der ersten angelegten Zen-Gärten der Geschichte enhält, der bis heute erhalten ist.



Der Tempel war immer wieder von Zerstörung und Feuer betroffen, wurde aber auch immer wieder aufgebaut.



Besonders sehenswert ist der Bambusgarten, dessen Pflege durch das Wildwachstum des Bambus wohl nicht ganz einfach ist.



Mönche waren nicht zu sehen, die waren wohl gerade beim Golf spielen (wobei auch schon alles zu meiner Haltung der Priesterschaft gegenüber gesagt ist), gepflegt werden die Anlagen heute durch Angestellte.



Und auch hier hält der Herbst Einzug.


Und mache kleine Teiche sehen aus wie der Matcha-Tee, der bei der Teezeremonier gereicht wird.


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