Mittwoch, Mai 31, 2006

The Ballad Of Vittorio

Zwischendurch mal etwas ganz anderes:
Das Video der Bad Examples “The Ballad of Vittorio” aus dem Jahre 1995:





Sonntag, Mai 28, 2006

Nollywood !

In Burkina Faso gibt es zur Zeit 4 Fernehkanäle. Neben TV5, dem “schlechtesten französischen Kanal weltweit” (Zitat: Michel Houellebecq), zwei staatliche Programme und der omnipräsente Musiksender SMTV.
Sicher aus finanziellen Überlegungen heraus muss das Programm vor allem eins sein: preiswert. Talkshows, irgendwelche Gäste im Studio. Interviews auf der Strasse in denen man beliebige Fragen diskutiert ("sind Weisse intelligenter als Schwarze") und - nigerianische Filme ! Nollywood !
Es gibt kein Land der Erde, in dem so viele Filme gedreht werden wie Nigeria, etwa 1500 abendfüllende Spielfilme pro Jahr.
Ich hatte das Vergnügen drei Produktionen für das Fernsehen zu sehen und auf merkwürdige Weise. zeigten alle drei Übereinstimmungen: Es kommte Magie darin vor, es gibt grosse Zeitsprünge (epische Erzählweise), es gibt betrogene Eheleute und es gibt Kinder, die....... ach was, ich erzähle einfach eine Geschichte:
(ein 3-stündiges Fernsehepos):
Es war einmal....

Es waren einmal zwei Schwestern, die etwas pummelige, ältere von beiden, hilfsbereit im Haushalt und immer freundlich. Die Andere, die Hübsche, zickig und falsch. Sie will auch soviel Lob für ihre Hilfe im Haushalt bekommen, macht aber alles falsch. Und wenn sie beispielsweise beim Bügeln ein Loch in die Wäsche brennt, so ist es ihre Schwester gewesen.
Die Ältere wünscht sich nichts weiter, als ein schönes Familienleben, einen guten Mann, Kinder und einen Haushalt, den sie versorgen kann. Die jüngere, hübsche möchte Karriere im Beruf machen und möglichst viele Freunde.
Zwischenbemerkung: Es gibt nur drei Arten von Musik in diesem Film: Fröhlich afrikanische, liegende Cluster (Spannung) und EIN stehender Ton (grosse Spannung, Leiden, Tod).
Erste Zeitblende.
Die ältere Schwester hat einen Mann kennengelernt und in seinem Dorf wird über die bevorstehende Hochzeit geredet. Alle sind glücklich und über diese Verbindung erfreut. Die jüngere Tochter macht gute Mine zum bösen Spiel - sie ist eifersüchtig. Trotz ihrem Erfolg im Beruf neidet sie der Schwester ihr Glück.
Zweite Zeitblende (Untertitel: “8 years later” - die Schauspieler sind aber völlig unverändert!).
Die große Tochter lebt ein unglaublich glückliches Familienleben. Sie hat mittlerweile zwei Kinder im Alter 8 & 6 und kocht und putzt und küsst, dass es nur so eine Freude ist. Alleine die Szene , in der sie ihren Mann zur Arbeit, und die Kinder zur Schule verabschiedet, ist eine grosse Liebesszene, die nach 8 Ehejahren belustigend kitschig wirkt, aber gut, eine ideale Ehe eben.
Die jüngere Tochter hat mittlerweile Karriere in einem Büro gemacht und ist unglücklich. Sie wünscht sich ein ebensolches Familienleben, wie das ihrer Schwester, zeigt ihr dies aber nicht, sondern schmiedet einen finsteren Plan:
Sie vergiftet ihre Schwester.
Großes Drama, die ganze Familie bricht zusammen, alle ergehen sich in Klagen und Trauer. Die jüngere Schwester nutzt die Situation geschickt, um den Mann zu trösten ("ich leide ebenso wie Du") und bietet ihm an, in der ersten Zeit auf die Kinder aufzupassen. Er ist sowieso ziemlich durcheinender und nimmt den Vorschlag an.
Sie nistet sich immer weiter in der Wohnung ein und nimmt einfach den Platz ihrer Schwester ein - es kommt wozu es kommen muss, der Mann erliegt ihren Tröstungen, und beide schlafen miteinender, sie ist am Ziel ihres perfiden Plans.
Auch wenn die Dorfgemeinschaft gegen diese Verbindung ist und dem Mann das Sorgerecht für die Kinder entziehen und auf die Grossmutter übertragen will, so weiss der Mann die Sitation zu klären und zu versprechen, dass es für alle nur gut sei, dass die Schwester die Rolle seiner Frau übernommen habe.
Dritte Zeitblende.
Die böse Schwester ist hochschwanger. Es zeigt sich, dass sie durch ihre falsche Art alle terrorisiert: Die Kinder werden zu niederen, schweren körperlichen Arbeiten gezwungen, der Mann herumkommandiert. Der Mann erinnert sich an die guten Tage mit seiner Frau, aber er kann nichts machen und muss ich der Situation fügen. Die Kinder sehnen sich nach ihrer Mutter - in ihrer Erinnerung ist die Mutter in Weichzeichner gehüllt und bereitet fröhlich singend ein leckeres Frühstück für die beiden zu.
Die Entbindung macht grosse Probleme, die Schwester windet sich und hat große Schmerzen. Das Kind will nicht auf die Welt kommen. Nach vielen Stunden schreit sie nur noch, sie schreit 2 ganze Tage, bis das Kind tot zur Welt kommt.
Die böse Schwester ist während der Entbindung erblindet und verrückt geworden. Sie ist wohl von allen bösen Geistern heimgesucht worden, die sie durch den Mord an ihrer Schwester beschworen hat. Sie fängt an, ihre Schwester überall zu “sehen” und dreht vollkommen durch. Mit ihrem Blindenstab haut sie in der Gegend herum um ihre Schwester zu verscheuchen, aber es nützt nichts.
Die Kinder werden schlecht in der Schule und fallen der hübschen Dorfschullehrerin auf. Sie möchte mit dem Vater der Kinder reden und begleitet die Kinder nach Hause. Dort sieht sie das ganze Elend: Der verzweifelte Vater, die durchgedrehte blinde Schwester und ein unordentlicher Haushalt.
Sie macht sich nicht nur sogleich an die Arbeit, und kocht den Kindern ein gutes Essen, worauf diese sich wieder einmal ihrer Mutter erinnern, sie hört nicht nur der Geschichte zu, die ihr der Mann zu erzählen hat, dass die blinde Frau, gar nicht die Mutter der Kinder ist, nein, sie nimmt in der Wahrnehmung der bösen Schwester auch gleich die Rolle der Schwester ein, die durch Stockhiebe verscheucht werden muss.
Magie: Alle fangen an die gute Schwester und Mutter zu sehen. Sie durchzieht das Haus wie ein guter aber mahnender Geist.
Die Situation ist untragbar. Der Mann führt seine blinde Frau in die Dorfgemeinschaft, um über die Situation zu reden und dabei passiert es: Alle fangen an, die gute Schwester in einer Vision zu erleben und die geistig umnachtete Blinde gesteht den Giftmord an ihrer Schwester ! Drama ! Die Dorfgemeinschaft beschließt, die Blinde aus dem Dorf zu verbannen.
Einige Stunden später ist die böse Schwester tot - sie hat sich am Baum in der Mitte des Dorfes erhängt. Eine lange Kameraeinstellung auf die baumelnde Leiche.
Zeitblende.
Die Familie ist wieder glücklich beisammen. Der Vater ist glücklich, die Kinder sind es auch. Warum?
Natürlich die Dorfschullehrerrin! Sie hat den Mann geheiratet und nimmt die Rolle der Familienmutter ein, mit großer Hingabe und Liebe, sodass die Kinder am Ende des Filmes zu ihr sagen: Mama !
Happy End. Grosses nigerianisches Kino !

Freitag, Mai 19, 2006

Live in der Stiege

Ich komme gerade nicht dazu Euch weiter von meiner Reise zu berichten, zuviel Arbeit im Studio. Morgen bin ich mit den Fehlfarben live in der Stiege in Trostberg zu sehen. Wer also noch nichts vor hat, ist hiermit herzlich eingeladen.

Dienstag, Mai 16, 2006

Kinder

Kinder aus Ouagadougou.


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Video (kleiner)

Hier ist das Video nochmals, diesmal aber in kleiner Auflösung, für alle die keinen schnellen Internet-Zugang haben (dafür siehts dann natürlich auch nicht so gut aus...):


Burkina Electric “To mi to zi”

Montag, Mai 15, 2006

To mi to zi

Hier ist es nun, das erste Video von Burkina Electric:

Kleiner ist es nur direkt bei blip.tv, sonst bekommt man einen 70mb QT. Schade eigentlich, denn blip.tv finde ich viel besser, als andere Video-Hosting-Services im Netz. Da muss ich nochmals schauen, ob es nicht einfacher geht.

Sonntag, Mai 14, 2006

Videodreh

Der Videodreh begann am morgen mit verschiedenen Kameraeinstellungen an einer großen Holzskulptur. Eine ziemlich schweißtreibende Angelegenheit, zumindest für die Tänzer, die immer wieder ihre Choreografie tanzen mussten.


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Dann gab es erstmal Mittagessen, dazu Bissap, eine Art burkinisches Nationalgetränk. Leider hatte der Fisch unheimlich viele Gräten, sonst aber scharf und lecker.


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Den Rest holten sich die Geier:


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Geier finde ich überhaupt nicht so schlimm, wie ich bisher dachte. Ziemlich scheue Tiere und eigentlich sehen sie ziemlich nett aus. Der “Haarschnitt” der Tiere erinnert mich irgentwie an den von Ingo Appelt...

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Weiter an einem anderen Drehort, der mehr im Zentrum der Stadt liegt und innerhalb kurzer Zeit hatten wir viele Zuschauer.


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Besonders den Kindern versammelten sich am Drehort und schauten mit großem Interesse zu.
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Ich hoffe Euch bald das Video zeigen zu können. Nach den ganzen Anstrengungen erstmal ein Bier, das hiesige Brakina - die Standardflasche mit 0,66l.

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Samstag, Mai 13, 2006

The making of…

Lukas Ligeti und ich sind in Ougadougou, um ein paar Dinge zu schaffen: Wir wollen in Burkina Faso eine CD und Cassette herausbringen, die wir über das letzte Jahr hinweg mit unserer Gruppe “Burkina Electric” zusammen produziert haben. Zur Promotion sollen nicht nur die zwei Liveauftritte dienen, sondern auch Radio- und Fernsehpromotion. Dazu braucht man ein Video. Als wir ankamen, waren die Tänzer bereits schon etwa 2 Wochen mit einer Choreographie beschäftigt. Eine Tanzprobe:


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In Burkina Faso gibt es neben Radio auch 4 Fernsehstationen, davon ein fast reiner Musiksender, der überall läuft, auch in Maquis (Kneipen), und somit eine wichtige Funktion hat Musik zu verbreiten. Aus dem Studium des Senders lernen wir folgendes: Die Sängerin muss mindestes zwei Mal das Kleid wechseln, sonst sieht es nicht teuer genug aus. Es muss eine wie immer geartete Choreographie von mindestes zwei Tänzern geben und der Rest ist ziemlich egal. Gerne genommen sind auch Videoeffekte aus der Computertrickkiste und Bluebox. Ich bin zuversichtlich, wir haben vier Tänzer und einen äusserst talentierten Schneider, dessen Kostüme sehr modern wirken. Der Dreh ist morgen, ich bin gespannt.
Ach so, nachzuholen ist das Essen von heute, Couscous mit Sauce, sehr lecker:

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Freitag, Mai 12, 2006

Burkina Faso

Dann will ich mal loslegen meine Eindrücke der Reise zu schildern. Wer gar nichts mit Burkina Faso anfangen kann: Ein westafrikanisches Land, etwa so gross wie Deutschland. Klima: Zwischen Wüstensteppe und Savanne, heiss und eher trocken, im Süden dann feuchter und tropischer. Ein fast roter Sandboden prägt nicht nur die Farbgebung des Landes, sondern setzt sich gerne überall ab, in die Schuhe, auf die Haut, in die Wohnungen und Häuser.  Jeden Tag sah es unter der Dusche leicht rötlich aus, was von der Haut abperlte.


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Die Hauptstadt Ouagadougou ist eine Millionenstadt mit mehrstöckigen Häusern in der zentralen Innenstadt und gepflasterten Hauptstraßen, alle anderen Strassen sind Staubpisten, die neben Moped und Verkehr mit heruntergekommen Autos zum Staub- und Partikelpegel in der Stadt beitragen. Die Hitze bringt es mit sich, dass alles ziemlich gelassen und “afrikanisch” zugeht. Hier meine Ankunft auf dem internationalen Flughafen der Stadt:

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Direkt auf dem Weg zum Haus unserer Sängerin gab es schon die erste Autopanne - es sollte nicht die letzte bleiben. Hier versagte einfach nur die Autobatterie, deren Ladestand mit diesem eindrucksvollen technischen Instrument gemessen wurde:

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Dann gab es erst einmal etwas zu Essen. Es bedarf an dieser Stelle der Erklärung, dass es fast täglich Stromausfälle in der Stadt gibt, es ist also an so etwas wie eine geschlossene Kühlkette nicht zu denken, bedeutet: Kaum Milchprodukte, wie Butter. Es gibt viele verschiedene Gerichte, von denen ich bestimmt noch einige erwähnen werde, deren Darreichungsform ist häufig gleich: Sättigungsbeilage mit Sauce. Hier das Essen des ersten Abends, To (Gestampftes Maismehl) mit Sauce mit spinatähnlichem Gemüse - eigentlich ganz lecker:

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Zum Schluss noch Musik. Passt auch gut zum derzeitigen Klima in Deutschland. Ich habe viel Musik aus dem Radio aufgenommen, und auch Live - mit den Jahren habe ich die westafrikanische Popmusik, aber auch die traditionelle Musik liebgewonnen - wenn Ihr Interesse habt, stelle ich auch gerne mal Podcasts her. Aber jetzt erstmal der grosse Hit des Landes, der aus allen Radios und Fernsehen herausdudelt: Bezou - Burkina Faso (MP3 4.4mb)

Donnerstag, Mai 11, 2006

Muvi-Online-Preis

Ich komme gerade aus Burkina Faso zurück und erfahre, dass ich den Muvi-Online-Preis erhalten habe. Danke für Eure Mithilfe und Eure Abstimmung ! Was wäre ich ohne Euch ? Danke. Danke. Danke. (Große Verbeugung).

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