Sonntag, Februar 13, 2005

Neue Musik und andere akkustische Sensationen (Teil 2)ä

Die nächsten Beiträge des ersten Abends in Aileo:

image


Die beiden Poeten Carles Hac und Mor-Ester Xargay versetzen mit ihren Vortr�gen und kurzen literarischen Videos die Zuschauer zu Beifallsstürmen. Auch wenn ich gerne mitlachte, so verstand ich nicht genug Spanisch, um hier eine genauere Beschreibung zu geben.

image


Der Komponist Luciano Berio komponierte Etüden für die unerschiedlichsten Solo-Instrumente, so auch für Saxophon, von denen in Kreisen der Komponisten nur in höchsten Tönen gesprochen wird. Der Sopran-Saxophonist Esteban Vila spielte eine solche in Perfektion.

image


Der Schweizer Werner Iten spielt in seiner Solo-Performance Gegenstände des täglichen Lebens, wie Töpfe mit der gleichen Selbstverständlichkeit wie seine Instrumente, die Tuba und das Euphonium, sowie verschiedene Schlagzeugteile und Flöten. Er improvisiert dabei nicht wie im Jazz auf Höhepunkte und Grooves hin, sondern schafft kleine Klang-Minaturen, die nicht einer Komik entbehren - auch Neue Musik kann heiter sein.

Samstag, Februar 12, 2005

Neue Musik und andere akkustische Sensationen (Teil 1)

Wie Ihr ja jetzt wisst, komme ich gerade aus Spanien, wo ich am Festival “Festival International Nits D´Aielo L Arts” teilgenommen habe - eine Veranstaltung in denen Neue Musik in 4 Konzerten in Madrid und zwei Konzerten in Aielo (80km vor Valencia) vorgestellt wurden. Es war das achte Festival dieser Art und wird vom äusserst engagierten Llorenc Barber kuratiert.
In den nächsten Tagen möchte ich Künstler dieser Konzerte vorstellen, die im Umfeld der Neuen Musik oder improvisierten Musik tätig sind und aufgrund der Medien+ Hörstrukturen nur selten in der Öffentlichkeit gehört werden können.

Beginnen werde ich mit der Aktion des Künstlers Rafael Leonardo Setién. Er führte eine Art Fortsetzungs-Performance durch, der erste Teil war in Madrid zu sehen, der zweite in Aielo.
In einem Raum sind aufgebaut: Ein Tisch mit Glocken und einem Holzgerüst und einigem Werkzeug. Rechts und links hinter dem Tisch stehen zwei Schallplattenspieler, hinter dem Tisch ein Fernseher. Im Eingangsbereich des Raumes sind Stühle mit Notenständern aufgebaut, auf denen sind grafische Partituren aufgebaut.

image


Ein Bass-Klarinettist nimmt nach und nach auf den Stühlen Platz und spielt was er sieht. Der Künstler Setién betritt den Raum und breitet nach und nach Bilder auf dem Boden aus, er wird dabei von einem Kameramann gefilmt, der ihn über die ganze Performance hinweg filmt, das Ganze wird auf einer Videoleinwand übertragen. Danach nimmt er eine Glocke vom Tisch und zieht laut bimmelnd durch den Raum. Nachdem sich auch in die letzten Gehörgänge der laute Glockenton eingefressen hat, geht er wieder zum Tisch und beginnt Beton anzurühren. Nach einer Weile füllt er diesen frischen Beton in das vor ihm stehende Holzgerüst, dazu spielen die beiden Plattenspieler zwei präparierte Schallplatten mit unterschiedlichen Loops auf Tempo 16. Er versenkt die Glocke im Beton und giesst den Rest darüber, um sie so einzuschliessen. Die Musik verstummt und er erzählt dem Publikum, dass es ihm um die Erinnerung an Klänge geht, an verschollene Klänge, an das “Nicht-Vergessen”. Bilder können immer wieder gezeigt werden - Klänge dagegen finden nur in Echtzeit statt, sie können nur “erinnert werden”. Wir sollen uns der vergessenen Klänge erinnern und besonders an diese Glocke. Wir, das Publikum hätten jetzt noch 10 Minuten Zeit, uns auf dem Tisch und den Bildern umzusehen, dann wäre die Performance zuende - die Fortsetzung ist die “Beerdigung” der Glocke an einem anderen Tag.

image


Ein paar Tage später in Aielo: Die 20-köpfige Kapelle des Dorfes (4000 Einwohner) spielt eine schöne, melancholische und minimalistische Komposition. Wieder wird der Künstler von einer Kamera gefilmt und das Bild auf eine Häuserwand projeziert, dazu läuft ein Fernseher mit der Performance aus Madrid.

image


Rafael Leonardo Seti�n buddelt vor dem örtlichen Konservatorium ein Loch in die harte Erde und versenkt die in Beton gegossene Glocke dort hinein, das Ganze ist durch Licht von Fackeln erhellt. Die Zahlreichen Zuschauer des Dorfes stehen ratlos, aber gebannt davor und erleben so die Beerdigung der Glocke.

image


Das Ganze mag sehr merkwürdig klingen, ich erlebte es als etwas poetisches und fand es sehr schön die Musiker des Dorfes mit in die Performance mit einzubeziehen.

Madrid

Es war eine überraschend schönes Festival auf dem ich mit Michael Fahres zusammen spielen konnte, aber bevor ich auf die einzelnen Beiträge eingehe, möchte ich ein paar Eindrücke aus Madrid zeigen.

image


Es war sonnig, aber kalt. Eine Woche zuvor hatte noch Schnee gelegen und viele Gebäude werden nicht beheizt - ein Fall für dicke Pullover und Schal.

image


In einem Cafe am Puerta del Sol.

image


Der alte Bahnhof wurde zum tropischen Park umfunktioniert und der neue Bahnhof dahinter neu gebaut.

image


Das ist das Hinweisschild in unserer Pension für den Fall, dass alle Zimmer ausgebucht sind.

Montag, Januar 31, 2005

Offline

Bis zum 10.2.05 bin zu Konzerten in Madrid und Valencia und weiss nicht, ob ich dort Zugang zum Internet habe - also erstmal ein kleine Pause.....

Sonntag, Januar 30, 2005

Klassisch

Gestern Abend habe ich das ausverkaufte Konzert von Midori besucht. Normalerweise habe ich eine komische Angewohnheit: Ich höre wie ein Musikkritiker, gebe innerlich Kommentare ab: “Naja, da war der zweite Satz aber nicht ganz so gelungen”. Selten kann ich mich ganz auf die Musik einlassen. Gestern war so ein Abend. Midori spielte mit einer selbstverständlichen Perfektion, die mich alles vergessen ließen - ich konnte einfach nur die Musik geniessen.
Wen man sich ihre Karriere anschaut ist diese aussergewöhnliche Fähigkeit durchaus hart erkauft: Strenge Erziehung, Wunderkind, schon mit 14 Jahren spielte sie mit Grössen wie Leonard Bernstein, mehrmaliger Psychatrie-Aufenthalt. Aber sie spielt wirklich wie von einer anderen Welt. Technisch glänzt sie mit lupenreiner Höhe, musikalisch erreicht sie eine Tiefe, die sie zu den ganz Grossen macht. Und: Wie selbstverständlich kam sie nach dem Konzert vor die Halle, um ihren zahlreichen Fans Autogramme zu schreiben.

Samstag, Januar 29, 2005

Gendertronics

Mit ein bisschen Stolz erfüllt mich meine erste Veröffentlichung bei Suhrkamp, ein Artikel im Buch Gendertronics mit dem Titel “Der Körper in der elektronischen Musik”. Weitere Autoren sind Olaf Arndt, Claudia Basrawi, Jochen Bonz & Thomas Meinecke, Mariola Brillowska, Diedrich Diederichsen, Harald Fricke, Tom Holert, Miss Kittin, Pinky Rose, Birgit Richard, Terre Thaemlitz und Marc Weiser. Mein Beitrag trägt den Titel: “Die Rehabilitation des Körpers in der elektronischen Musik”.
Eine Präsentation des Buches findet am Mittwoch 09.02. um 20:00 in der Maria am Ostbahnhof statt. (Maria am Ostbahnhof, An der Schillingbrücke / Stralauer Platz 3, 10436 Berlin)
Bestellen kann man das Buch beispielsweise hier.

image

Donnerstag, Januar 27, 2005

Ganz normal bizarr

Die Seite Bizarre Records sammelt obsure Platten(cover) aus allen Kulturkreisen und Musikrichtungen. Die Sammlung ist beeindruckend und man wundert sich, welche bildnerischen Geschacksverirrungen schon in Serie gepresst wurden.

image

Gute Ohren

Bei Good Ear gibt es (kostenlose) Lektionen in Gehörbildung. Nicht sehr aufregend gestaltet, aber praktisch gar nicht so schlecht, für Musiker & Tontechniker, oder Menschen, die ihr musikalisches Gehör verbessern wollen.

Mittwoch, Januar 26, 2005

World Processor

Die Installation World Processor wurde schon seit 1996 mehrmals öffentlich gezeigt und stellt bis zu 250 verschiedene Ansichten unseres Planeten auf Globen dar - gesellschaftliche, soziokulturelle, umwelttechnische usw. usw..
Eine Auswahl der Ansichten ist auch im Internet einsehbar, nämlich Hier. Für die einfache Navigation empfiehlt es sich oben links zu beginnen, sonst muss man leider ständig die “Zurück"-Taste betätigen.

Montag, Januar 24, 2005

Ein Geheimnis teilen

Über 2000 Besucher der Washingtoner “Artomatic” nahmen Postkarten mit, die bedruckt waren mit der Bitte sie zu frankieren und mit einem Geheimnis zu versehen, dass sie noch niemandem mitgeteilt hatten. Hier ist eine Auswahl der Zusendungen.

image

About

Willkommen auf Pyrolators Weblog


Links

Pyrolator
lauscht Musik
Pyrolators Brontologik blog
Pyrolators Facebook
Pyrolators MySpace
Pyrolators MP3s
Pyrolators max/msp-patches

atatak
fehlfarben
fxxkthemainframe [blog]
Lisa [blog]
Midori [blog]
Toastbrot [blog]
argh [blog]
tanith [blog]
Zauberhaft [blog]
Rahvin [blog]
tristesse deluxe[blog]
schockwellenreiter[blog]
lawblog [blog]
Ivy [blog]
Ahoi Polloi [blog]
Mundgeblasen [blog]
dingsprozessor [blog]
chitime [blog]
lucy [blog] im Augenblick still
re:sync [blog]
whistleblog [blog]
Sixtus [blog]
Der elektrische Reporter
Don Dahlmann
Spreeblick
Wirres.net [blog]
Indiepedia
ohgizmo
The Cool Hunter









WEBCounter by GOWEB
WEBCounter by GOWEB

Statistik

kostenloser Counter

  • Page Views: 1984033
  • Page rendered in 0.2387 seconds
  • Total Entries: 660
  • Total Comments: 630
  • Total Trackbacks: 1
  • Most Recent Entry: 03/07/2017 11:13 pm
  • Most Recent Comment on: 12/15/2017 10:43 am
  • Total Members: 179
  • Total Logged in members: 0
  • Total guests: 5
  • Total anonymous users: 0
  • Most Recent Visitor on: 12/18/2017 10:12 pm
  • Most visitors ever: 1286 on 12/21/2006 09:01 am
  • Referrers