Montag, August 02, 2004

Durst

Der heutige Drink des Abends:

1/2 Teil Pfirsichlikör (Bahles, Kaub am Rhein)
1 Teil Roibos/Zitronengras-Tee eisgekühlt (Reformhaus)
2 Teile Rote Schorle (Aldi)

Erfrischend, lecker und macht locker.

Freitag, Juli 30, 2004

Tropical Food - Give me the heat

Es ist schwül, es ist feucht, und eigentlich will ich mich nicht beschweren, denn ich liebe dieses Wetter - ich mag die Tropen. Jedenfalls besser als frieren. Vor allem mag ich die tropische Küche.
Ich liebe z.B. die Küche Senegals und wer schonmal ein Yassa oder ein gutes Mafé gegessen hat, weiss wovon ich rede. Die Schärfe kann atemberaubend sein, aber das ist bei dem Wetter nur gut. Immer wenn ich in Holland bin kaufe ich mir neuerdings Gewürzsaucen von Mama Africa`s, deren Zusammensetzung tatsächlich der afrikanischen Küche sehr nahe kommt. Die Piri-Piri-Sauce dieser Firma erreicht 9 von 10 “Schärfepunkten” und ist mit Vorsicht zu geniessen, die “Red Chilli"-Sauce kommt auf dieser Skala nur auf 6 Punkte und ist scharf aber ungemein aromatisch.
Wer allerdings eher die Küche jeneits des Atlanik bevorzugt, dem sei die Seite Spicy-Cooking (Canjun Kitchen, Jamaican, Caribbean) empfohlen, allerdings ist die Auswahl dort nicht besonders gross, zum ersten Testen aber eine gute Ausgangsbasis.

Mittwoch, Juli 07, 2004

Burka-Band

Mal was in eigener Sache:
Am jetzt gibts bei uns die neue CD der Burka-Band (offizielle Veröffentlichung 28.8.04).

Ihr erinnert Euch?
Nein? Dann ein paar Links zur Erinnerung:
Die Zeit
Spiegel Online (Sixtus)
The Asian News
Aftonbladet (Schweden).
Das ging im letzten Sommer um die Welt - kurzzeitig war das mal auf der Titelseite von Yahoo und die weltweiten Medien blockierten unser Telefon, bis das auswärtige Amt sich einschaltete, um das ganze ein bischen abzubremsen.
Die Sängerin der Band hat nun dank eines Stipendiums in Deutschland ihren zweiten Song aufgenommen: No Burka! - wohl angesichts der vielen leichtbekleideten Frauen und Männer auf deutschen Plakatwänden.
Zusammen mit dem ersten Stück, zwei Remixen und zwei Videos auf einer CD-Extra - hier.

Sonntag, Juli 04, 2004

Gartenkonzert, die zweite

Ich hatte Euch doch zu dem Gartenkonzert eingeladen. Das Wetter hat zwar diesmal nicht so ganz mitgespielt, dafür hat es nicht geregnet.
Christine Bernhard hat eine Kochaktion gemacht - es gab im Feuer zubereitetes Brot und am Feuer gekochte Linsen, dazu Salat - sehr lecker.
Frank und ich haben als “a certain frank” etwa 2 Stunden gespielt und hatten trotz der etwas kühlen Witterung viel Spass.
Jetzt sitze ich zuhause und rieche nach Lagerfeuer.
Hier bekommt Ihr einen Eindruck:

Freitag, Juli 02, 2004

Der frühe Vogel fängt den Wurm

Früher hatten wir ein Gästezimmer im Studio. Eines Morgens komme ich ins Studio und wollte Frühstück machen. Aus dem Gästezimmer, wo der Musiker A. schlief, hörte ich: “Ach halt doch die Klappe!”.
Mmh, denke ich - er ist also doch nicht alleine, sondern hat in der Nacht noch einen Gast bekommen, vielleicht eine weibliche Begleitung? Ach nein, kann nicht sein, so unhöflich ist er ja normalerweise nicht.
Da höre ich:"Halt die Schnauze!”. Irgentetwas ist hier faul, so früh und schon so einen Streit? Ich widme mich dem Kaffee und den Brötchen.
Kurz darauf: “Ich habe gesagt, halt die Schnauze du dummes Arschloch!”
Jetzt werde ich wirklich neugierig und öffne die Tür zum Gästezimmer einen Spalt, um zu sehen, was da vor sich geht. Was sehe ich: A. liegt weiterhin völlig verpennt im Bett und brüllt seinen “Braun Voice Control” an.
Dieses Wecker hatte er sich kurz zuvor gekauft und hat ihn später im Studio stehen lassen ("komme ich nicht mit klar"). Den benutze ich bis heute und muss manchmal Morgens schmunzeln, wenn ich ein “Halt die Klappe” in seine Richtung sende.

Montag, Juni 28, 2004

Gartenkonzert

Letztes Jahr im Juli hatte ich ein Konzert mit to rococo rot in einem von Künstlern gestalteten Garten in Neuss.
Der Garten heisst Sommerpalast und es war eine grosse Freude da zu spielen. Wir wollten gar nicht mehr aufhören und haben ungefähr 3 Stunden bei schönstem Sonnenschein zusammen improvisiert - eines der Konzerte des letzten Jahres, welches mir am meisten Spass gemacht hat.
Ich bin dieses Jahr wieder eingeladen worden dort zu spielen, diesmal mit meinem Partner Frank und unserem gemeinsamen Projekt a certain frank. Das ganze ist am nächsten Sonntag und beginnt so gegen 14:00 Uhr, ich hoffe es gibt wieder so ein sensationell schönes Wetter.
Wer also noch nichts vorhat, sei hiermit herzlich eingeladen.

Sonntag, Juni 27, 2004

Der Regenmacher

Gestern gab es nun einen Ausflug nach Utrecht. Dort hatte ich meinem Freund Michael Fahres etwas mitzubringen und er hat gleich eine Grillparty veranstaltet. Utrecht ist immer wieder schön, nach meiner Meinung eines der angenehmsten Städte in Mitteleuropa, Grachten wie Amsterdam, nur nicht so hektisch, aber grösser als beispielsweise Gent - und man kann an den Grachten unten sitzen.

Michael kenne ich nun viele Jahre und habe die wildesten Projekte mit ihm durch geführt. Das grösste war Sunwheel, ein 18-stündiges Konzert zum Thema Sonne. Erstmals haben wir das im Sonnenobservatorium von Robert Morris in Lelystad aufgeführt und es gab sogar eine Radioübertragung, die für den Europäischen Rundfunkpreis nomminiert war.  Wir hatten 8 P.A.-Systeme in die Landschaft gebaut und mit einem SSP (spatial-sound-processor) waren wir in der Lage, die Klänge rotieren über über hunderte von Metern über uns hinwegjagen zu lassen. Die Bandbreite reichte von Stücken, die tatsächlich durch die Sonne gesteuert wurden (Hitze, Helligkeit ect), über Live-Improvisationen bis hin zu vorbereiteten Collagen und Tonbandeinspielungen. Allein die Vorbereitung technisch und musikalisch hatte damals etwa 3 Monate in Anspruch genommen.

Eine zweite Aufführung fand dann in der Wüste Negev am Massada-Felsen in Israel statt, wo wir auch unsere eigens entwickelten Sonnensynthesizer einsetzen, der nur durch die Sonneneinstrahlung Töne erzeugte. Die Zuschauer wurden mit Bussen in die Wüste gekarrt und sassen da unter Zelten. Der dritte Mann im Bunde, Michael Jüllich, spielte seine Monsterinstrumente “Big Mama” (Gongtrommel) und “Monochord” (3,50 langes Saiteninstrument), sowie seinen 2,50 grossen Gong, dessen Klang bis nach Jordanien zu hören war. (Kolpotierte uns der Fahrer eines Jeeps, der 50km weit fuhr um dem seltsamen Klang nachzugehen). Michael Jüllich hatte ein Solo für Big Mama - ein gewaltiger Klang, sub-bassig und vibrierend. Da fing es an zu Tröpfeln. Der Aufseher des Landschaftsparkes Massada kam zu uns und sagt: “Spielt weiter, hier hat es seit 5 Jahren nicht mehr geregnet”. Der Regenmacher.....
Seitdem führen wir nur noch einzelne Stücke aus den 18 Stunden auf - zuletzt bei der Eröffnung der neuen Pinakothek in München.

Donnerstag, Juni 24, 2004

Einmal Alles Bitte

Wer unabhängig von schnöden Daten und Jahreszahlen auf der Suche nach einem umfassenden Geschichtsverständnis ist, dem sei das Buch “Menschheit und Mutter Erde” von Arnold J. Toynbee empfohlen (das es auch als Taschenbuch gibt).
Arnold J. Toynbee (1889-1975) gilt als der letzten grossen Historiker und Wissenschaftler der Zivilisationsgeschichte. Jede bekannte Zivilisation wird auf 1-2 Seiten erklärt.
Ein Zitat von ihm dazu:"Was Schlagzeilen macht, erregt unsere Aufmerksamkeit, weil es sich an der Oberfläche des Lebensstroms abspielt. Es lenkt unsere Aufmerksamkeit von den langsameren, nicht greifbaren, unwägbaren Bewegungen ab, die unter der Oberfläche stattfinden und in die Tiefe vordringen. doch natürlich machen diese tieferen, langsameren Bewegungen am Ende Geschichte; sie erscheienen in der Rückschau gewaltig, während die sensationellen, vergänglichen Ereignisse, nüchtern betrachtet, wieder auf ihr wahres Maß geschrumpft sind."("Kultur am Scheideweg”,1948)

Sonntag, Juni 20, 2004

Konzert & Kreisel

Gestern hatte ich mit meinem Freund Michael Fahres ein Konzert im museum kunst palast im Rahmen der Veranstaltung “Klang Performances und Klang-Installationen.


Unser Konzert war das Stück “Fram-Doors” und fing an mit dem größten jemals gebauten Kreisel. Der Klang dieses Kreisels wurde von uns elektronisch weiterverarbeitet, Michael spielte seinen Blassynthesizer, mit dem er Samples abrief, ich spielte mein “Lightning II”, ein Instrument, das Bewegungen von zwei Stäben über Infrarot in musikalische Parameter verwandelt.

Als zweites Konzert bearbeitete der in New York lebende Kolumbianer Ricardo Aries eine Reihe von Gummiballons und entlockte diesem kuriosen Instrument die absonderlichsten Klänge - sehr unterhaltsam und humorvoll.

Die dritte Performance war ein Kooperation der Tänzerin Lotta Melin mit der Berliner Künstlerin Christina Kubisch. Die Tänzerin hatte an ihrem Körper Empfänger, die die Signale aus Kabeln hörbar machte, die überall im Raum herumlagen - es waren Texte aus Kunstmanifesten des 20.Jahrhunderts, in denen sie sie ganz schön verfing.....

Danach kam der in Chigago lebende Nic Collins an die Reihe, der einerseits eine Art modifizierte Hawaii-Gitarre zu Feedbacks veranlasste, andererseits die Strahlungen verschiedener Elektrogeräte hörbar machte - da bekommt man erstmal mit, mit was man sich so tagtäglich umgibt.

Als letztes war dann die Installation von Thom Kubli und Sven Mann zu erleben, die überall Radios im Raum verteilt hatten und diese über verschiedene Sender ansteuern konnten.

Nach dem Abend war ich jedenfalls ziemlich verrauscht und mit Geräuschen für die nächsten Tage eingedeckt. Das musste erstmal mit einigen Gläsern Bier freigespült werden.

Montag, Juni 14, 2004

Me, The Disco Machine

Meine Einsätze als DJ kann ich trotz einer einigermassen grossen Sammlung an LP`s, Maxis, CD`s und MP3´s an zwei Händen abzählen. Ich scheine einfach nicht den Eindruck zu machen, als sei ich geeignet.
Nun war es mal wieder soweit. Die Einladungskarte für den fünfzigsten Geburtstag meiner Schwester machte den Eindruck einer Party mit mindestes 50 Leuten aller Generationen. Meine Schwester gab mir nur als Vorlage Musik aus den letzten 50 Jahren mitzubringen und ich hatte mich auf nahezu alles vorbereitet.
Ich hatte vorsorglich mehrere Ordner mit Stücken der jeweiligen Jahrzehnte angelegt und auch Schallplatten hervorgekramt, die schon jahrelang in einem Regal auf den finalen Ensatz warteten.
Für den späteren Abend, wo doch normalerweise die jungen Menschen tanzen, hatte ich dann noch eine spezielle Selektion meiner liebsten Dancefloor-Scheiben zurechtgelegt. Wie gesagt, gut vorbereitet.

Als die Gäste einrollten, spielte ich schon munter irgentwas von den frühen Stones, Beatles, ja auch Perry Como und auch etwas soulige Sachen. Da sah ich es schon: Das Durchschnittsalter war von mir falsch eingeschätzt worden. Die älteren Gäste überwogen. Macht ja nichts, ich war ja gut gewappnet.
Während des Essens dann schönen Easy-Listening-Sound von Martin Denny und auch alte Verve-Scheiben, ach das ging ganz flüssig von der Hand, wären da nicht schon die Killer-Ansagen von “kannst Du mal ein bischen leiser machen” gekommen - aber man ist ja tolerant.

Dann kam die heisse Phase: Wie gelingt es die Menschen zum Tanzen zu bewegen. Ich versuchte verschiedene Register, mehr Disko, siebziger Donna Summer: keine Reaktion, gut, dann vielleicht achtziger? Null.
Ok, dann alle Trümpfe auf den Tisch: Groove. James Brown, Wilson Pickett. Kommt meine Schwester: “Kannst Du nicht mal was grooviges spielen?” Hey, super ermutigend. Dann der Killer: “Spiel doch mal Udo Jürgens, aber bitte mit Sahne”. Bin ich denn nur stumpf? Nö nö, jetzt war mir alles egal, nur noch Lieblingsstücke oder sarkastisch-musikalische Kommentare meinerseits: Squarepusher, 2Step-Garage, die neue von The Streets, oder “Wladimir Putins Cousine” von Funny van Dannen gemischt mit House-Beat. Dann Antonelli Electr. und The Modernist versehen mit kleinen Sprengseln von Schlagermusik der Sechziger ("Er hat ein knall - rotes Gummiboot"), Minimal Techno und Schlager mischt sich überhaupt gut, wie ich feststellen konnte.

Und noch: “69 Année Érotique” von Serge Gainsbourg mit Todd Edwards versehen, und gleich hinterher den Remix von Matthew Herberts “Bonnie & Clyde” - das machte Spass, und trieb die Gäste zur Verzweiflung. Mal konnten sie wieder mitsingen, wenn ich kurz “Mr.Tambourine Man” anstimmte, dann aber in die Version von William Shatner überblendet (hat er wirklich mal gesungen...).  So hatten wenigstens meine Nichten und ich ihren Spass. Aber als zweckdienlicher DJ bin dann doch nicht geeignet, glaube ich, vielleicht engagiert mich ja nochmal jemand, aber aus meiner Familie sicher keiner mehr.

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